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Herzlich willkommen im Wochenbett – einer Zeit, in der du alle möglichen Emotionen auf einmal fühlst. Ein Ort, an dem du körperlich am Limit bist und gleichzeitig das schönste Geschenk überhaupt neben dir liegen hast: dein Neugeborenes!
Was bedeutet das Wochenbett überhaupt?
Rein medizinisch gesehen spricht man von den ersten 6 bis 8 Wochen nach der Geburt. Es ist die Zeit, in der sich dein Körper von der Schwangerschaft und den Strapazen der Entbindung erholt, Wunden heilen und sich die Gebärmutter zurückbildet.
Aber was bedeutet es wirklich?
Es bedeutet absoluten Ausnahmezustand. Es ist die Zeit des Kennenlernens, des Dauerstillens oder Fläschchengebens, der schlaflosen Nächte und der Tränen – vor Glück und vor Verzweiflung. Das Wochenbett heißt nicht umsonst Wochenbett. Es ist die Erlaubnis, die Welt da draußen auf Pause zu drücken, den Haushalt links liegen zu lassen und einfach nur zu heilen und anzukommen.
Damit das aber überhaupt möglich ist, gilt eine eiserne Regel: Such dir Hilfe und nimm Hilfe an!
Wenn dein Partner sich einen Monat Urlaub nehmen kann oder den Papamonat machen kann, dann muss er das unbedingt tun. Wenn deine Mama vorbeikommen möchte, um dir mit dem Baby und dem Haushalt zu helfen, dann lass es bitte zu. Vielleicht leidest du auch unter Wochenbettdepressionen, das erschwert dir alles noch mehr und da solltest du auf keinen Fall alleine sein. Glaub mir… been there, done that.

Die Klogang-Essentials
Neben der mentalen Unterstützung gibt es da aber auch noch die harte, körperliche Realität. Und damit kommen wir zu einem Thema, über das viel zu wenig gesprochen wird.
Ich weiß noch genau, wie gruselig sich der erste Toilettengang nach der Geburt anfühlte. Die nächsten Tage werden alles andere als angenehm. Es fühlt sich alles so wund und fragil an. Deshalb brauchst du ein paar Produkte. Es sind nur wenige, aber diese sind die absoluten Basics.
Eine wichtige Warnung vorab: Der erste „große“ Klogang nach der Geburt macht vielen Mamas furchtbare Angst. Wenn du noch im Krankenhaus bist und merkst, dass du nicht aufs Klo gehen kannst oder alles blockiert ist, sprich es sofort an! Die Hebammen und Krankenschwestern kennen das, das ist ihr tägliches Brot.
Lass dir unbedingt etwas geben, das den Stuhl weich macht (z. B. ein leichtes Abführmittel oder Pulver). Versuch auf gar keinen Fall, wie verrückt zu drücken! Dein Beckenboden ist ohnehin schon extrem belastet, und wenn der Stuhl zu hart ist, riskierst du schmerzhafte Dinge wie Hämorrhoiden oder sogar eine Analfissur (einen schmerzhaften Riss am Schließmuskel). Glaub mir, das ist wirklich das absolut Letzte, was du jetzt zu deinen restlichen Geburtsverletzungen noch gebrauchen kannst.
Damit du diese ersten, heiklen Gänge ins Bad gut überstehst, kommen hier meine drei Lebensretter:
1. Große Binden
Wir brauchen hier nichts beschönigen: Der Wochenfluss ist wahnsinnig stark. Vor allem die ersten Tage sind heftig, und da reichen die normalen Binden oder Tampons, die wir für unsere Periode verwendet haben, ganz sicher nicht aus. Da müssen jetzt die richtigen Oschis her. Ja, es wird sich eine Zeit lang anfühlen, als würdest du mit einer Windel rumlaufen. Aber da müssen wir durch.
2. Breite Unterhosen
Tu dir selbst bitte den Gefallen und kauf dir richtige Oma-Schlüppis. Kleiner Scherz, aber du wirst etwas Gemütliches und Breites brauchen. Ich hatte mir z. B. schon in der Schwangerschaft breite Unterhosen mit einem lockeren Bund gekauft, und diese haben dann auch super in die Wochenbett-Zeit gepasst. Ich kann sie deshalb nur weiterempfehlen.
3. Eine Intimdusche
Ach, und Klopapier? Kannst du vergessen. Es wird alles so wund sein, da ist trockenes Papier das Letzte, was du verwenden möchtest. Daher ist eine Intimdusche eigentlich ein MUSS. Wenn du sie mit warmem Wasser füllst, wirst du merken, wie gut sie tut.
Der unstillbare Wochenbett-Durst
Wenn wir schon bei den körperlichen Ausnahmezuständen sind: Zwei Dinge, vor denen mich vorher niemand gewarnt hat, sind, wie sehr man schwitzt und wie durstig man durch das Stillen wird. Also, wenn du jemals eine Ausrede gesucht hast, um dir eine teure Wasserflasche zu kaufen: Hier ist sie. Du brauchst zu jeder Zeit eine Wasserflasche neben dir.
Ich persönlich liebe die Flaschen von Owala, aber mit einem Stanley kann man nie was falsch machen. Hauptsache, sie ist groß, damit du nicht ständig zum Auffüllen rennen musst.
Der 24/7 Wochenbett-Look
Und wenn du dann mit deiner riesigen Wasserflasche den ganzen Tag auf dem Sofa verbringst, brauchst du natürlich auch das passende Outfit. In diesem Zustand willst du es dir so gemütlich und praktisch machen wie möglich. Gemütliche Pyjamas werden deine besten Freunde sein. Wenn du stillst, sind Oberteile mit Knöpfen oder solche, die man leicht herunter- und zur Seite ziehen kann, am besten.
Nice to have, aber kein Muss
Mit Binden, Flasche und Pyjama hast du die absoluten Must-haves zusammen. Es gibt aber noch etwas, das einfach genial ist: Hierzu gehören zum Beispiel die Kalt-Warm-Kompressen fürs Wochenbett. Man überlebt natürlich auch ohne, aber wenn untenrum alles geschwollen ist oder vielleicht sogar genäht werden musste, sind diese kühlenden Pads eine Wohltat. Einfach in den Kühlschrank legen und ab in die Unterhose damit! Und das Geniale: Wenn später beim Stillen der Milcheinschuss kommt oder sich ein Milchstau anbahnt, kann man sie auch anwärmen und auf die Brust legen. Für mich war das ein kleines bisschen Wellness.
Gib dir Zeit
Das Wochenbett ist eine wilde Fahrt. Es ist wunderschön, magisch, aber eben auch extrem anstrengend, schmerzhaft und voller Tränen. Ich erinnere mich noch so gut an meine eigenen ersten Wochen mit meinem Kleinen. An die Momente der absoluten Überwältigung, aber auch an die tiefe Erschöpfung.
Egal, ob du gerade vor Glück weinst oder weil du einfach nur übermüdet bist: Du bist nicht allein und du machst das großartig. Mach dir keinen Stress mit dem Haushalt, lass den Besuch ruhig warten, wenn dir nicht danach ist, und kuschel dich mit deinem Baby ein. Diese allererste Zeit kommt nie wieder, also mach es dir so bequem wie nur möglich und sei nachsichtig mit dir selbst. Dein Körper hat gerade einen Menschen erschaffen, er darf jetzt heilen.

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