Geburtsvorbereitung für zu Hause: Schritt für Schritt

Transparenzhinweis:
Links, die mit einem Sternchen (*) markiert sind, sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links etwas bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis absolut gar nichts, aber du unterstützt mich und meine Arbeit an diesem Blog damit. Danke dir!

Datteln essen, Dammmassage durchführen, irgendeinen Himbeerblättertee trinken? Du bist gerade schwanger, scrollst durch Instagram oder TikTok und hörst immer wieder von diesen Dingen, kannst aber noch wenig damit anfangen? Oder vielleicht bist du schon im dritten Trimester und möchtest diese Sachen langsam umsetzen, bist dir aber unsicher, was die Menge, den Zeitpunkt und die richtige Anwendung angeht?

Keine Sorge, genau da waren wir alle mal – ich auch! Man wird in der Schwangerschaft ohnehin schon mit Informationen überflutet, und wenn es dann an den Endspurt geht, will man am liebsten alles richtig machen, um sich optimal auf die Geburt vorzubereiten.

In diesem Beitrag zeige ich dir ganz detailliert und übersichtlich, welche Methoden es zur körperlichen Geburtsvorbereitung gibt, ab wann du starten darfst und warum diese Maßnahmen überhaupt funktionieren.

Am Ende dieses Beitrags verrate ich dir übrigens, was ich von all dem in meiner eigenen Schwangerschaft umgesetzt habe und ob es bei mir schlussendlich wirklich etwas gebracht hat!

1. Wozu Geburtsvorbereitung und wie effektiv ist es?

Vielleicht fragst du dich: Muss ich das alles wirklich machen?

Die kurze Antwort: Nein. Dein Körper ist ein Wunderwerk und weiß prinzipiell auch ohne Datteln, wie man ein Kind auf die Welt bringt.

Die etwas längere Antwort: All diese kleinen Hausmitteln zielen darauf ab, dein Gewebe (insbesondere den Muttermund und den Beckenboden) weich, dehnbar und stark durchblutet zu machen. Das kann tatsächlich dabei helfen, die sogenannte Latenzphase (die oft sehr anstrengende, erste Phase der Geburt) zu verkürzen und das Risiko für schwerere Geburtsverletzungen wie Dammrisse zu minimieren.

Achtung: Es ist extrem wichtig, dass du dich an die vorgegebenen Schwangerschaftswochen hältst! Wenn du zu früh mit Datteln, wehenfördernden Tees oder Massagen startest, kann das dein Gewebe überreizen oder im schlimmsten Fall vorzeitige Wehen auslösen. Geduld ist hier also wirklich angesagt.

2. Ab der 36. SSW

Ab der 36. Schwangerschaftswoche fällt der offizielle Startschuss. Dein Baby ist fast vollständig entwickelt, und dein Körper darf ab sofort behutsam auf die bevorstehende Entbindung eingestellt werden. In dieser Woche liegt der Fokus auf den allerersten, aber wirkungsvollsten Maßnahmen: Wir starten mit den Datteln und der Dammmassage.

2.1 Datteln essen

Das Dattel-Essen ist mittlerweile ein echter Hype geworden – und das aus gutem Grund! Studien haben gezeigt, dass Frauen, die ab der 36. Woche täglich Datteln essen, bei Geburtsbeginn oft einen deutlich weicheren Muttermund haben. Datteln haben nämlich eine oxytocinähnliche Wirkung (Oxytocin ist unser Wehenhormon) und können die Latenzphase messbar verkürzen. Zudem liefern sie viel Energie und wichtige Nährstoffe für dich und dein Baby.

  • Die richtige Menge: Empfohlen werden etwa 3 bis 6 Datteln pro Tag.

  • Die Sorte: Sehr beliebt sind die Medjool-Datteln, die mir geschmacklich auch am meisten zusagen. Sie sind allerdings meistens sehr groß und super süß. Sechs Stück davon können schnell einfach viel zu viel werden. Wenn du dich für diese großen Datteln entscheidest, reichen 3 Stück täglich völlig aus.

  • Mein Tipp: Wenn du sie irgendwann satt hast und nicht mehr pur essen kannst, musst du dich nicht quälen. Du kannst sie wunderbar verarbeiten! Schneide sie auf und fülle sie mit Erdnussmus, backe zuckerfreie Muffins damit oder püriere sie dir mit Banane und Hafermilch in einen leckeren Shake. Es ist im Prinzip völlig egal, in welcher Form du sie isst. Hauptsache, sie landen im Magen und es schmeckt dir!
Frische Datteln in einer Holzschale zur natürlichen Geburtsvorbereitung ab der 36. SSW

2.2 Die Dammmassage

Wenn es eine einzige Sache gibt, die ich dir zur körperlichen Vorbereitung wirklich ans Herz lege, dann ist es die Dammmassage. Sie dehnt das Gewebe zwischen Vagina und After (den Damm), macht es elastischer und kann helfen, Dammrisse oder Dammschnitte zu vermeiden. Außerdem gewöhnst du dich dabei schon ein bisschen an das starke Druckgefühl, das bei der Geburt entstehen wird.

  • So geht’s: Wasche dir vorab gründlich die Hände. Nimm ein spezielles Dammmassageöl oder einfaches Mandelöl (bitte naturrein!). Du kannst es selbst machen oder dein Partner hilft dir dabei. Führe einen oder beide Daumen ca. 2 bis 3 Zentimeter ein. Streiche nun mit sanftem, aber deutlichem Druck in einer U-förmigen Bewegung nach unten in Richtung Damm und zur Seite. Online findest du auch zahlreiche Tutorials, die es dir noch genauer veranschaulichen.

  • Wie fühlt es sich an? Es darf und wird sich anfangs etwas unangenehm anfühlen. Es entsteht ein starkes Druck- und Dehnungsgefühl. Es darf aber niemals richtig schmerzen! Wenn es wehtut, nimm den Druck etwas raus. Oft merkt man schon nach ein paar Tagen einen riesigen Unterschied, wie viel weicher und nachgiebiger das Gewebe geworden ist.

  • Wann solltest du lieber die Finger davon lassen? Wenn du generell anfälliger für Infektionen bist und zum Beispiel öfter mit einem Pilz zu kämpfen hattest, würde ich dir eher davon abraten. Das Letzte, was du jetzt willst, ist eine Entzündung kurz vor der Geburt. Deshalb ist die Hygiene bei der Massage auch so wichtig! Besprich am besten kurz mit deiner Frauenärztin oder Hebamme, ob sie es in deinem Fall für sinnvoll hält.

3. Ab der 37. SSW

Ab der 37. Schwangerschaftswoche kannst du noch einen Schritt weiter gehen. Wir widmen uns jetzt den Kräutern und helfen dem Beckenboden und der Gebärmutter noch ein bisschen weiter auf die Sprünge. In dieser Woche startest du mit dem Himbeerblättertee und dem Heublumen-Sitzbad.

3.1 Himbeerblättertee trinken

Himbeerblättertee ist der absolute Klassiker unter den Schwangerschaftstees. Aber wieso eigentlich genau dieser Tee? Er wird von Hebammen wärmstens empfohlen, um die Entbindung zu erleichtern. Er enthält viele wichtige Vitamine (wie Vitamin C und Eisen), aber vor allem sorgt er dafür, dass sich die Muskulatur im kleinen Becken und in der Gebärmutter entspannt und gleichzeitig gut durchblutet wird.

Außerdem kann er wehenfördernd wirken, deshalb ist es extrem wichtig, ihn nicht vor der 37. SSW zu trinken. Hier gilt das Motto: Viel hilft nicht immer viel! Zu viel Tee kann nämlich Nebenwirkungen haben. Er kann das Gewebe zu stark aufweichen (was schlecht ist, falls nach der Geburt ein Riss genäht werden muss) oder den Kreislauf belasten.

Aber wie viel ist denn zu viel und was ist die empfohlene Dosis?

  • Zubereitung & Verzehr: Der Tee schmeckt… nun ja, sehr gesund und krautig. Wenn dir der pure Aufguss nicht schmeckt, mach ihn dir einfach kalt! Bereite eine größere Menge zu, lass ihn abkühlen und misch ihn als Eistee mit einem Schuss Apfelsaft, frischen Zitronenscheiben oder etwas Sirup. So lässt er sich richtig gut wegtrinken!

  • Die richtige Menge: Hier ist es wichtig, den Körper langsam daran zu gewöhnen. Starte in der 37. SSW zunächst mit nur einer Tasse am Tag und das auch nur etwa dreimal die Woche bzw. jeden zweiten Tag. Später kannst du dich langsam auf bis zu drei Tassen täglich steigern.

  • Meine Empfehlung: Wenn du noch auf der Suche nach einem guten Tee bist, kann ich dir den von PregniVITAL* ans Herz legen. Den habe ich selbst getrunken und war super zufrieden damit. Er ist zu 100 % in Bio-Qualität und eine Packung hat bei mir locker bis zur Geburt gereicht.
Illustration einer Teekanne und Tasse Himbeerblättertee mit Himbeerzweigen

3.2 Heublumen-Sitzbad

Heublumen bewirken wahre Wunder für das Gewebe. Der aufsteigende heiße Dampf und die ätherischen Inhaltsstoffe fördern die Durchblutung und machen das Gewebe rund um den Beckenboden deutlich weicher und geschmeidiger. Das soll helfen, den Geburtsverlauf zu erleichtern und Verletzungen wie Dammrissen oder Dammschnitten vorzubeugen. Auch hier hat PregniVITAL* ein richtig tolles, passendes Produkt dafür im Sortiment.

  • Die richtige Häufigkeit: Es reicht völlig aus, wenn du dir diesen kleinen Spa-Moment ein- oder maximal zweimal die Woche gönnst.

  • So funktioniert’s: Gib eine Handvoll Heublumen in eine hitzebeständige Schüssel oder einen Topf und übergieße sie mit kochendem Wasser. Lass den Sud kurz ziehen. Du kannst dir dafür einen speziellen Sitzbad-Aufsatz* für die Toilette besorgen oder einfach deine hitzebeständige Schüssel direkt in die Kloschüssel stellen. Setz dich nun ohne Unterwäsche auf die Toilette und lass den heißen Dampf für ca. 10 bis 15 Minuten wirken. Wichtig: Teste vorher ganz vorsichtig die Temperatur! Achte darauf, dass der Dampf nur angenehm warm ist und du dich auf keinen Fall verbrennst.

  • Wann du vorsichtig sein solltest: Bitte wende das Sitzbad nicht an, wenn du Krampfadern im Intimbereich hast, da die Hitze die Venen noch weiter weitet! Auch bei bekannten Allergien (Gräser/Pollen), einem vorzeitigen Blasensprung oder bei Blutungen solltest du unbedingt darauf verzichten. 
Zeichnung einer Frau beim entspannenden Heublumen-Sitzbad zur Geburtsvorbereitung

4. Ab der 38. SSW

Du bist jetzt fast so weit und es dauert nicht mehr lange, bis die Geburt losgeht. Jetzt gibt es noch eine Sache, die du zur Geburtsvorbereitung, bzw. eher zur Vorbereitung für dein Baby, tun kannst, aber definitiv nicht musst: Kolostrum ausstreichen.

4.1 Kolostrum ausstreichen

Vielleicht hast du auch schon kleine Flecken an deinen Klamotten bemerkt oder etwas Feuchtes gespürt. Das ist Kolostrum, auch Vormilch genannt, und es ist pures, flüssiges Gold! Es ist extrem reich an Antikörpern, Proteinen und Nährstoffen. Oft wird es schon weit vor der Geburt gebildet. Das Sammeln bzw. Ausstreichen ist eine tolle Möglichkeit, einen kleinen Vorrat im Tiefkühler zu haben, falls dein Baby nach der Geburt Anpassungsschwierigkeiten hat, der Blutzucker sinkt oder das Anlegen anfangs noch schmerzhaft ist.

  • So geht’s: Nimm dir Ruhe und Zeit. Lege dir vorher für ca. 10 Minuten ein warmes Handtuch auf die Brust, damit die Milchgänge sich weiten. Dann massierst du die Brust ganz sanft. Bilde mit Daumen und Zeigefinger ein „C“ um deinen Vorhof und streiche mit sanftem Druck in Richtung Brustwarze aus.

  • Das Auffangen: Wenn sich kleine Tropfen bilden, kannst du sie direkt mit einer kleinen, sterilen 1ml Spritze* aufsaugen oder mit einem sauberen Löffel auffangen und dann in die Spritze ziehen. Diese Spritzen frierst du dann ein und nimmst sie in einer Kühltasche mit ins Krankenhaus.

  • Wichtig: Bitte streiche unbedingt nur mit der Hand aus und nutze keine Milchpumpe! Das Vakuum reizt die Brust zu sehr und meistens bekommt man mit der Hand bei dieser zähen Konsistenz ohnehin mehr heraus.

  • Muss man das machen? Absolut nicht! Manche Frauen bekommen vor der Geburt auch gar keinen einzigen Tropfen heraus, das sagt überhaupt nichts über deine spätere Stillfähigkeit aus! Bezüglich der Menge gibt es auch keine festen Vorgaben. Jeder Tropfen ist super. Es ist einfach ein schönes „Nice to have“.

5. Mein ehrliches Fazit: Was hat bei mir wirklich geholfen?

Nun zu meiner persönlichen Erfahrung, was davon habe ich in meiner eigenen Schwangerschaft überhaupt umgesetzt? Die kurze Antwort: Alles, bis auf das Heublumen-Sitzbad.

Ich hatte unglaublich große Angst vor einem Dammriss und wollte deshalb alles dafür tun, um das zu umgehen. Aber ich muss auch ehrlich sein: Ich habe nicht alles perfekt nach Lehrbuch ausgeführt.

Nach dem dritten Tag hatte ich die Datteln nämlich schon satt und habe sie ab und zu einfach weggelassen. Ich habe unterschiedliche Sorten getestet, um etwas Variation zu haben, und bin dann auf Shakes umgestiegen. Also wirklich ganz unterschiedlich zubereitet, weil ich einfach kein Riesen-Dattel-Fan bin.

Die Dammmassage habe ich so gut es geht täglich durchgezogen. Mal habe ich ein paar Tage vergessen, mal habe ich es länger als fünf Minuten gemacht.

Und der Tee? Der hat mir pur gar nicht geschmeckt! Also habe ich ihn mir einmal die Woche als Saftmischung in einem großen Krug zubereitet, in den Kühlschrank gestellt und dann über die Woche verteilt immer wieder ein Glas davon getrunken.

Hat das alles nun etwas gebracht? Ich würde sagen: Definitiv!

Meine Pressphase ging zwar über eine Stunde, aber das hatte einfach mit meiner fehlenden Energie zu tun, das weiß ich mit Sicherheit. Ich hatte zwar einen kleinen Riss ersten Grades, der genäht werden musste, aber für eine erste Geburt ist das völlig normal. Das Wichtigste für mich: Ich hatte weder einen schweren Dammriss, noch musste irgendetwas geschnitten werden! Vielleicht hätte ich den kleinen Riss verhindern können, wenn ich alles noch strikter durchgezogen hätte – aber insgesamt hatte ich eine positive Geburtserfahrung. Ich kann also nur wärmstens empfehlen, die Dinge umzusetzen, die man im Alltag gut schafft, ohne sich dabei zu stressen.

Auch das Kolostrum hatte ich vorher ausgestrichen. Ich hatte am Ende ca. 8 kleine Spritzen, die unterschiedlich voll waren. Und was soll ich sagen? Sie kamen mir im Krankenhaus aufgrund unseres holprigen Stillstarts absolut zugute.

Zwei mit Kolostrum gefüllte Einwegspritzen zur Vorbereitung auf den Stillstart

Hier kannst du mehr zu meinem Geburtsbericht lesen und hier kommst du zu meiner übersichtlichen Produkt-Seite.

Nach oben scrollen